Das Tor zum Himmel

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Was Nahtoderfahrungen für unser Leben bedeuten

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Nahtoderfahrungen sind zu einem Massenphänomen geworden. Die Forschung geht derzeit von weltweit 60 Millionen Menschen aus, die ein Todeserlebnis hatten. In der Aware-Studie, die größte jemals durchgeführte Nahtodstudie, kommen die Mediziner zu dem Schluss, dass Bewusstsein unabhängig vom Körper existiert und dass Nahtoderfahrungen echte Jenseitserlebnisse sind. Sam Parnia, der Leiter der Studie, spricht sogar von einem »vorläufigen Tod«.

Der klinische Tod definiert sich durch Herzstillstand, wodurch das Gehirn nicht länger arbeitet. Es handelt sich also nicht um Todesnähe, noch um einen bevorstehenden Tod, sondern der Patient ist bereits tot. Diese Neudefinition der Todeserlebnisse entstand durch die eindeutigen Erkenntnisse aus den prospektiven Studien, in denen Patienten in verschiedenen Ländern direkt nach einem Herzstillstand nach ihren Erlebnissen befragt wurden. Dadurch sind wir in der Lage, eine spirituell transformierende Erfahrung objektiv wissenschaftlich zu untersuchen. Alle Forschungsergebnisse zeigen in eindrucksvoller Weise, dass die Instanz, die wir als Bewusstsein oder Seele bezeichnen, nach dem Tod weiterlebt.

Das Wissen über das Fortleben nach dem Tod und die Einblicke in nachtodliche Bewusstseinszustände werden unsere Gesellschaft für immer verändern und zu einem wissenschaftlichen Paradigmenwechsel führen, da sich die Phänomene nicht länger durch neuronale oder chemische Aktivitäten des Gehirns erklären lassen. Durch Todeserlebnisse erhalten wir Einblicke in das Sterbegeschehen und was wir alle erleben werden, wenn wir sterben. Das betrifft jeden von uns, da das Leben an sich Teil einer realen höheren Ordnung ist und Gott wirklich existiert.

Das allein vermag die Grundangst des Menschen vor dem Tod und vor dem Leben aufzulösen. Wir werden mit der Wahrheit einer allmächtigen und alles durchdringenden Kraft konfrontiert, die durch und in allen Dingen wirkt, also das, was wir Gott nennen. Es ist die Begegnung mit der göttlichen bedingungslosen Liebe, welche die Erlebenden für immer verändert.

Die Zurückgekehrten sprechen von einem Gefühl, einem Einssein mit allem, die Erfahrung des Geliebtwerdens, einer totalen Freiheit und des Angenommenseins wie man ist. Ein Todeserlebnis setzt ein durch die Trennung des Bewusstseins vom Körper. Das Erdenich geht über in einen erweiterten Bewusstseinszustand, in dem Raum und Zeit nicht länger existieren und alles gleichzeitig zugänglich ist. Wer in eine bestimmte Person oder an einen Ort denkt, befindet sich augenblicklich dort. Dabei zeigt sich, dass das Ich-Bewusstsein erhalten bleibt. Aller Schmerz endet und die Erlebenden sind überrascht von der Grenzenlosigkeit und der Realität des Geschauten.

Es gibt einen Übergang in die geistige Welt, der als Tunnel, Leere oder Dunkelheit oder als Brücke oder als Wiese beschrieben wird. Während des Übergangs erweitert sich das Bewusstsein noch einmal dergestalt, dass nun auch die übersinnliche jenseitige Welt erblickt wird. Es kann zu Begegnungen mit verstorbenen Verwandten kommen, mit Geistwesen oder paradiesische Landschaften werden erblickt. Am Ende des Tunnels erstrahlt ein helles Licht, das Liebe, Frieden und Geborgenheit in einem Maß vermittelt, wie es die Erlebenden noch nie zuvor erfahren haben.

Im Beisein des Lichtwesens erfolgt eine Lebensrückschau, in der wir mit den Auswirkungen unserer Gedanken, Worte und Handlungen auf andere konfrontiert werden. Die wichtigste Frage ist, ob wir Liebe gegeben haben oder nicht. Die Auseinandersetzung mit dem vorangegangenen Leben befreit uns von den Irrtümern des Erdendaseins. Es geht darum, unser Leben so zu akzeptieren wie wir es gelebt haben. Niemand wird von außen beurteilt, doch wenn einer urteilt, sind wir das selbst. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und erschafft sich durch seine Gedanken und Entscheidungen sein Schicksal.

Auch im Sterbeprozess treten die Bilder unseres Lebens an die Oberfläche des Bewusstseins. Wir machen die Erfahrung, dass wir nichts länger verdrängen oder verleugnen können, da wir der ungeschminkten Wahrheit unseres Lebens gegenüberstehen. Diese radikale Selbsterkenntnis führt zur Heilung von Schuld, Selbstverurteilung, denn es wird offenbar, dass wir von unserem tiefsten Persönlichkeitskern Liebe sind. Nur dann können wir eigenverantwortlich leben. Wenn wir nun also wissen, dass wir weder vor uns selbst noch vor unserer Eigenverantwortung davonlaufen können, wäre es dann nicht überaus sinnvoll im Hier und Jetzt unsere nicht bereinigten Dinge aufzuarbeiten. Dann brauchen wir das Sterben nicht mehr fürchten.

Wir sind ewige geistige Wesen und die Lebensrückschau hilft uns dabei, durch geistiges Wachstum voranzuschreiten. Was wir alle suchen und was uns erhält, ist Liebe. Wenn sie fehlt, nehmen Menschen Schaden. Wir sind Liebe und können uns durch Selbsterkenntnis und Selbstkorrektur von den Verstrickungen oder traumatischen Erfahrungen befreien. Das ist dabei behilflich, die Scheuklappen des Egos abzulegen und den Ballast unseres Lebens loszulassen. Das gesamte Universum wie auch die unterschiedlichen Jenseitsdimensionen sind nichts anderes als eine Schule für den ewigen Geist.

Nahtoderfahrungen zeigen auf, dass nicht jeder die gleichen Entwicklungsschritte nach dem Tod durchläuft. Die Einblicke in die Jenseitswelten gehen immer so weit, wie der Einzelne durch seine Gedanken mit den verschiedenen Sphären und Dimensionen in Resonanz stehen. Nach jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit dem heute vorliegenden Jenseitswissen ist mir die Gewissheit erwachsen, dass es nach dem Tod drei sich überlagernde Bewusstseinsentwicklungsstufen gibt: die astralen Welten, die höheren Lichtwelten und die Verschmelzung mit Gott. Alle Erscheinungsformen in der jenseitigen Welt sind nicht länger materieller Natur, sondern Ausdruck der Gedanken ihrer Bewohner.

Die äußeren Manifestationen wie Häuser, Landschaften, das Erscheinungsbild der Verstorbenen, Essen oder was auch immer spiegeln wieder, was die Seele zu brauchen glaubt. Einzig durch die Macht der Gedanken kann alles manifestiert werden, was immer wir uns wünschen. Die unterschiedlichen Bewusstseinszustände der Verstorbenen spiegeln also die eigenen Gedanken wieder – erdwärts gerichtet oder unbegrenzt. Die individuelle Seele entwickelt sich nach dem Tod weiter in die Grenzenlosigkeit und Unendlichkeit des allumfassenden göttlichen Seins. Keine Seele kann jemals verloren gehen.

Die astralen Welten mit ihren unterschiedlichen Dimensionen dienen der Orientierung. Die Wunscherfüllung wird von vielen für den Himmel gehalten, doch geht es darum, sich von erdwärts gerichteten Wünschen zu emanzipieren. Da der freie Wille weiterbesteht, bestimmt jeder selbst das Tempo seiner Weiterentwicklung. Es gibt auch dunkle Ebenen in denen Verstorbene so lange feststecken, bis sie bereit sind, um Hilfe zu bitten, die immer da ist. Letztlich sind wir alle ein Aspekt des göttlichen Geistes und miteinander verbunden. Wir haben die Wahl, wiedergeboren zu werden auf der Erde oder uns für die unendliche geistige Weiterentwicklung bis in die Verschmelzung mit Gott hinein zu entscheiden.

In den höheren Lichtwelten sind Materie und Form aufgehoben. Es ist eine Welt der reinen Gedanken und eines absolut verfeinerten Bewusstseins. Die Seele erhält Einblicke in den Gesamtverlauf ihrer Evolution. Liebe und Hingabe sind die Voraussetzung, in dieser Welt der Ursachen und der Einheit in Resonanz zu unserer wahren geistigen Natur zu gelangen. Aus den Welten des Lichtes empfangen wir Inspiration und Hilfe, sofern wir darum bitten. Die letzten Reste irdischen Denkens lösen sich auf und wir verschmelzen als reine Energie mit Gott, der höchsten Erfahrung, die ein Mensch machen kann. Wir sind dann, was wir immer schon waren, eine ewige, individuelle Geistidentität. Das ist das letzte Tor zum Himmel, zu ewiger Liebe, Freude und dem ewigen Leben.

All das vermittelt uns, dass alles, was wir für ein gelingendes Leben brauchen, Gottvertrauen ist, da SEINE Liebe in jedem von uns vorhanden ist und uns trägt und erhält in alle Ewigkeit. Das ist ein universelles Erleben, unabhängig von Kulturen oder Religionen. Durch diese Verbundenheit erhält alles, was uns im Leben widerfährt, einen Grund. Es gibt keinen Zufall und nichts geht verloren, da die Essenz allen Seins Liebe ist. Wir können schon jetzt die Präsenz des göttlichen Funkens in unserem Inneren wahrnehmen. Dann erkennen wir, dass Liebe die uns tragende Kraft ist, unsere Lebensenergie, und können uns von begrenzten irdischen Sichtweisen befreien.

Die Menschheit steht gegenwärtig an einem Scheideweg. Die globalen Krisen, das Flüchtlingselend, die Terroranschläge, die Kriege oder die unkalkulierbaren Naturkatastrophen und Wetterphänomene haben zu einem Klima der Angst geführt. Wir haben die Wahl: Gehen wir in die Angst oder entscheiden wir uns kollektiv für die Liebe? Wir haben die Macht, alles Böse und Negative durch eine einzige Entscheidung zu überwinden. Der Maßstab sollte stets die Frage sein: »Was würde die Liebe tun?« Das ist so einfach wie effektiv. Das Jenseitswissen verweist uns darauf, dass nur die Liebe alle Ängste und alles Leid überwindet.

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